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Getreidestärke: In Maßen kein Problem

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Getreidestärke: In Maßen kein Problem
Stärke bei Hufrehe & EMS
Viele Pferde brauchen Stärke
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Hafer„Heu, Hafer und Wasser“ – dies war ein gängiges Fütterungsschema in der Zeit, als Pferde noch das wichtigste Transportmittel und „Hafermotor“ für vielerlei Geräte waren.

Hafer war für die meisten Gebrauchspferde eine unentbehrliche Kalorienquelle und bereitete bei sachkundiger Verwendung nicht allzu viele Probleme. Die Futterenergie von Hafer und anderen Getreiden ist in der Stärke konzentriert. Dieses schnell verwertbare Kohlenhydrat wird im Dünndarm enzymatisch verdaut und als Glucose ins Blut überführt.

In letzter Zeit wird Getreide jedoch gerade wegen seines hohen Stärkegehalts von vielen in Frage gestellt. Im Internet findet man gelegentlich Eiferer, die solche „nicht strukturierten Kohlenhydrate“ für Pferde pauschal verdammen. Hintergrund für diese Getreidephobie ist die Annahme, dass Stärke und Zucker auch bei gesunden Pferden zu metabolischen Störungen oder Krankheiten führen können. Immer mehr Futterhersteller bieten deshalb stärke- und zuckerreduzierte Mischfutter an – eine Auslobung, die nicht immer den Tatsachen entspricht. Ein solches „low carb“-Futter sollte weniger als 15% Stärke plus Zucker enthalten.

Warum zu große Getreiderationen problematisch sind

Die Dosis macht das „Gift“. Werden Getreide wie Hafer in zu großer Menge verfüttert – bei Großpferden zum Beispiel mehr als 1,5-2 kg Hafer pro Ration - so wird die Verdauungskapazität des Dünndarms überschritten. Unverdaute Getreidestärke wandert deshalb in den Dickdarm, wo sie schnell zu flüchtigen Fettsäuren und Milchsäure fermentiert wird. Es kommt zu Verschiebungen in der Darmflora (=Dysbiose) und zur Absenkung des Darm-pH-Werts, was auf längere Sicht zu einer chronischen Dickdarmübersäuerung (Azidose) führen kann. Pferde, die an einer Azidose leiden, können trotz üppiger Fütterung abmagern. Ein Grund dafür ist, dass die Epithelzellen in der Darmwand durch pH-Werte unter 5,8 Schaden nehmen. Dadurch wird die Nährstoffabsorption im Darm beeinträchtigt (Pagan 2011). Auch Kolik und Hufrehe gehören zu den möglichen Folgen einer stärkebedingten Dickdarmdysbiose. Die Rehe wird dabei durch Gifte von zugrundegehenden Darmbakterien ausgelöst.

Wieviel Getreide soll man füttern?

C-Real Basic BalanceMit einer vernünftigen Rationsgestaltung kann eine Fütterungsazidose vermieden werden. Am sichersten ist es, die Getreidemenge pro Einzelration nicht größer als 200g pro 100kg Körpergewicht werden zu lassen.

Dabei kann Hafer – abgesehen von der üblichen mechanischen Reinigung – unbehandelt gegeben werden. Gerste und Mais sollten dagegen hydrothermisch aufgeschlossen sein, um eine gute Dünndarmverdauung zu gewährleisten. Bei Mischfutter (Müslis und Pellets) kann die maximal sinnvolle Rationsgröße proportional zum jeweiligen Getreideanteil berechnet werden.

Ein gut konzipiertes „low carb“-Mischfutter verhält sich im Dickdarm ebenso säureneutral wie Heu. Für Equigard® wurde dies in einer Fütterungsstudie der Universität Kopenhagen belegt (Veröffentlichung im Druck).