Newsletter

Sie wollen aktuelle Infos rund ums Pferd?
Kein Problem:










Da ist der Wurm drin

Beitragsseiten
Da ist der Wurm drin
Seite 2
Seite 3
Alle Seiten

- schützen sie ihr Pferd vor lästigen Mitbewohnern

Pferde sind Herdentiere. Sie brauchen den Kontakt zu Artgenossen und verkümmern, wenn sie alleine gehalten werden. Immer öfter werden Pferde aber von einer penetranten Gesellschaft belagert, auf deren Anwesenheit sie gerne verzichten würden. Ungebetene Gäste, die sich auch trotz nachdrücklicher Aufforderung nicht vertreiben lassen: Parasiten.

Studien zeigen, dass siebzig Prozent der Pferde ungewollt ein Heim für Würmer darstellen. Meist sind sogar verschiedene Parasitenarten anzutreffen. Als würde es nicht genügen, im Pferd eine großzügig bemessene Behausung zu finden, handelt sich der Wirt als Dank für die Gastfreundschaft oft gesundheitliche Störungen bis hin zu schweren Organschäden ein. Anzeichen für eine parasitäre Belastung können sein: Abmagern, struppiges Fell, Durchfall, Koliken und allgemeiner Leistungsabfall.

„Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können“

Beim Pferd ist im Wesentlichen mit drei Parasitengruppen zu rechnen. Sie teilen sich auf in die Rund- und Bandwürmer sowie die Magendasseln.

Die Familie der Rundwürmer

Hierzu gehört der Palisadenwurm oder auch Blutwurm genannt, wobei in große und kleine Strongyliden unterschieden wird. Dieser bei allen Weidepferden auftretende Parasit produziert im Dickdarm des Pferdes Eier, die über den Kot ausgeschieden werden. Aus diesen Eiern schlüpfen wiederum Larven, die sich, nach einigen Entwicklungsstadien, gezielt am Weideaufwuchs kriechend empor auf die Gräserspitzen bewegen, um dort auf ihr neues Zuhause, das Pferd, zu warten. Von diesem aufgenommen werden sie sich innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen zum Wurm entwickeln. Auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden verharren sie aber nicht an einem Ort, sondern beginnen eine verheerende Wanderung durch die inneren Organe des Pferdes. Die Fraßschäden verursachen innere Blutungen und Fieber. Ausgewachsene Palisadenwürmer verursachen Symptome wie Appetitverlust, Abmagerung, Blutarmut, Durchfall und Schwäche. Die Eier und Larven der Strongyliden können im Heu überleben und halten auch einem kalten Winter stand. Zu Beginn einer neuen Weidesaison warten die verkapselten Stadien demzufolge schon im Boden auf eine möglichst feucht-warme Witterung und viele suchende Pferdemäuler.

Der Riese unter den Parasiten

Der Spulwurm (Askarid), ebenfalls der Gruppe der Rundwürmer angehörend, ist der größte beim Pferd vorkommende Parasit. Erwachsene Würmer können die stattliche Länge von 15 bis 50 Zentimetern erreichen. Die Eiablage erfolgt im Dünndarm. Die geschlüpften Larven wandern von dort in die Lunge und können durch Husten in den Magen des Pferdes gelangen. Gefährlich wird dieser Kandidat vor allem Fohlen und Jährlingen. Es besteht neben den Schäden an der Lunge die Gefahr von so genannten Wurmknäueln, die zum Darmverschluss, im schlimmsten Fall zum Darmriss führen können.

Die größte Gefahr besteht für die Kleinsten

Gegen den acht bis neun Millimeter langen, dünnen Zwergfadenwurm (ebenfalls ein Rundwurm) sind ausgewachsene Pferde resistent. Betroffen sind vor allem Saugfohlen mit einem noch unreifen Immunsystem. Den Hauptinfektionsweg bildet die Stutenmilch! Eine Entwurmung der hochtragenden Stute ungefähr zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ist deshalb notwendig. Hier sollte beim Tierarzt nach einer entsprechend verträglichen Wurmpaste gefragt werden. Das tückische bei dieser Wurmart ist seine Möglichkeit, lange Zeit nicht parasitisch im Erdboden und auch in der Einstreu zu überleben. Fohlen können sich daher in den ersten Lebenswochen leicht infizieren, wenn sie neugierig beleckend ihre Umgebung erkunden. Eine Entwurmung nach der zweiten und vierten Lebenswoche ist deshalb dringend vorzunehmen. Bis zu einem Alter von achtzehn Monaten wird eine regelmäßige Entwurmung alle sechs bis acht Wochen empfohlen. Unverträglichkeiten muss man mittlerweile bei den modernen Parasiten-Pasten kaum mehr befürchten. Eine massive Verwurmung stellt da die weitaus größere Gefahr fürs Fohlen dar.

Die zweifelhafte Unterstützung der Moosmilbe

Die zweite Parasitengruppe ist entgegen landläufiger Meinung häufiger vertreten als bisher angenommen. Fast jedes dritte Pferd ist Studien zufolge vom Bandwurm befallen. Die Infektionskette besteht hier aber nicht nur aus Pferd und Wurm. Die Moosmilbe fungiert als Zwischenwirt, in dem sie durch das Anfressen von Bandwurmeiern das entsprechende Wurmzwischenstadium aufnimmt. Frisst das Pferd nun mit Moosmilben angereichertes Weidegras, landet die Wurmvorstufe auf diesem Weg im Pferdedarm, woraus sich nun der Bandwurm entwickelt. Gegen Ende der Weidesaison ist mit der höchsten Infektionsgefahr zu rechnen, da sich die Moosmilben im Verlauf der Weidesaison stetig vermehren. Das Nachweisen des Befalls gestaltet sich über die Kotprobe als sehr schwierig. Hier kommt es schnell zu einer falsch-negativen Diagnose, da nur phasenweise Eier abgegeben werden, die dann im Kot nachweisbar wären. Auf der sicheren Seite ist man deshalb dann, wenn am besten zweimal jährlich, am sinnvollsten zu Beginn und Ende der Weidesaison, eine Wurmpaste eingesetzt wird, die neben den anderen Parasiten auch die Bandwürmer abtötet.

Das Pferd als Kinderstube für die Dasselfliege

Zu der dritten Gruppe der Parasiten gehört kein Wurm sondern ein Insekt: die Magen-Dassel. Die Eier der Dasselfliege werden im Juli und August an Vorderbeinen, Schultern, Mähne und Maulbereich des Pferdes abgelegt bzw. geklebt. Wer mal versucht hat, die ablegten Eier mit Bürsten oder dergleichen zu entfernen, weiß, mit welcher Sorgfalt die Dasselfliege bei der Eiablage vorgeht. Durch Belecken und Kratzen nehmen die Pferde die geschlüpften Larven auf, die sich dann mit kleinen Haken in der Magenschleimhaut verankern. Die Dasselfliege schafft so eine komfortable Möglichkeit der Überwinterung für ihre Zöglinge, denn erst im folgenden Frühjahr werden sie mit dem Kot wieder ausgeschieden. Im Freien angekommen, verpuppen sich die Larven, woraus nach einigen Wochen dann die nächste Generation der Dasselfliege schlüpft.